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Zu unseren Nachbarn
Das Pfefferfließ (Jubiläumswanderung zur 700- Jahrfeier Frankenfeldes)
13 km lang ist der Lauf des
Pfefferfließes.
Von Luckenwalde wenden wir uns zunächst
nach Westen. Nach 4 km haben wir das Dorf Frankenfelde erreicht. Wir überqueren
seine Dorfaue und gehen in westlicher Richtung. 600 m vom letzten Gehöft sind
wir am Frankenfelder Burgwall, einem Naturdenkmal. Wenig ragt er auf der
Südseite des Weges aus dem Acker hervor. Dann nimmt uns Wald, durchzogen von
Rinnsalen, auf. Wir sind im Gelände des sagen umworbenen „Witten Schlotts“
(neue Jagdhütte) und des ehemaligen „Wildparks“.
Von früheren Gebäuden, so von der
„Fasanerie“ finden wir nur noch einige Mauersteine. Der Boden wird für jeden
Schritt ungangbarer: wir sind im Quellgebiet des Pfefferfließes!
Südlich unseres Standpunktes erheben
sich kurze Dünen bis zu 54 m Höhe.
Das Pfefferfließ durchläuft einen an
vielen Streckenteilen schmalen, an anderen aber recht breiten Streifen alluvialen Boden, der als Moorbildung
„Flachmoortorf auf Sand bei nahem Grundwasser“ bezeichnet wird. Moor und Torf,
überzogen vom humosen Sand, verdecken Sand mit wenigen
Raseneisenstein-Einschlüssen.
Eine kleine Anhöhe nördlich des Dorfes
Frankenförde, über die einmal die Straße Frankenfelde- Gottsdorf geführt wurde,
lockt uns von den Heldenbergen (Hellberge) an deren nördlichem Rand das
Quellgebiet des Pfefferfließes liegt, nach WSW zu gehen. Wir versuchen von
Seite zu Seite über das Flachmoor zu gelangen, stoßen auf humosen Sand, 10 bis
30 cm mächtig, auch Raseneisenstein einschlüssiges Moor und stehen alsbald auf
dem Schinderberg, nördlich Frankenfördes. Er entstammt wie der Boden, der ihn
im N, W und O umklammert, dem Diluvium.
An das Ostufer des Pfefferfließes tritt
bei dem Flurteil „Saubucht“ der Wald dicht heran. Dieser Teil des Unterlaufes
des Pfefferfließes ist Gemarkungsgrenze zwischen Gottsdorf und Frankenförde.
Auch nördlich von Gottsdorf bestimmt das
Fließ die Zugehörigkeit der Flurstücke zu den benachbarten Gemeinden: es ist der
Grenzfluss zwischen Gottsdorf und Nettgendorf und zwischen Dobbrikow und
Hennickendorf.
Das Pfefferfließ rinnt unter der
Straßenbrücke Frankenförde- Gottsdorf weiter nach Norden und nimmt 500 m von
links den Seltergraben auf, der vom Flachmoor eingeklammert wird.
Fast parallel zur Straße zieht das Fließ
weiter nach Norden an Wiesen vorbei, die besondere Flurnamen tragen: „Korte Springern“, „Lähse-Wiesen“,
„Doaberstiech“, „Landwehrende“, „Zinnaische Wiesen“.
Vielleicht kennen sie auch den
„Branntwiesenweg“. Über ihn wurde uns folgende kleine Geschichte erzählt: „Kamen die Bauern mit Pferd und Wagen vom Markt aus Luckenwalde zurück, so wurde vor dem „Gottsdorfer Berg“ Halt gemacht. Die Pferde konnten verschnaufen und Kraft sammeln für den steilen Anstieg. Der Kutscher musste sich natürlich auch stärken und zückte das Branntweinfläschchen. Gut gestärkt ging die Fahrt nach Gottsdorf weiter.“
Die
Klinkenmühle bei Gottsdorf
(heute Bauernhofpension)
Als 1285 Luckenwalde mit seinen
umliegenden 11 Dörfern von den „Edelmannen“ von Richow an das Kloster Zinna
verkauft wurden, erwarb dieses auch die Flur der heutigen Gottsdorfer Ober- und
Untermühle. Sie wurden von Mönchen erbaut.
1480 wird urkundlich bezeugt, dass beide
Wassermühlen dem Kloster Zinna eigentümlich gehörten.
Im Tagesblatt vom 20. Mai 1943 heißt es:
Bei Gottsdorf in unserem Kreisgebiet
liegt, in die Idylle der Märkischen Landschaft eingebettet, die Klinkenmühle.
Das Wohnhaus mit dem Mühlenbetrieb stellt einen typischen Fachwerkbau dar. Eine
Bedachung mit besonderer Eigenart schützt die Tür des Hauses, darüber sind die
fast viereckigen kleinen Fenster in unregelmäßiger Aufteilung angebracht. Die
Fensterläden im Erdgeschoss vermitteln Traulich- und Beschaulichkeit.
Die Klinkenmühle kann auf ein hohes
Alter zurückblicken. Seit dem 14.Jahrhundert hat sie bei Dobbrikow gestanden
und ist dann ungefähr um das Jahr 1625 herum verlegt worden und bei Gottsdorf
wieder aufgebaut.
Wegen schlechter Wasserverhältnisse
erhielt ein Vorfahre der Familie Tägener die Genehmigung seine Mühle zu
versetzen und zwar dorthin, wo bessere Wasserverhältnisse anzutreffen sind. Als
dann der Große Kurfürst auf der Reise einmal bei Gottsdorf die wiedererrichtete
Mühle besuchte und das Rauschen des Mühlwassers vernahm, soll er gesagt haben:
„Jetzt klingts besser“. Von diesem Ausspruch will man den Namen Klinkenmühle
abgeleitet haben.
Es wird über die Entstehung des Namens
„Klinkenmühle“ aber auch folgendes berichtet: Die Anwohner fanden den Namen „Untermühle“ zu tonlos, zu nichts sagend. Sie hörten das Bächlein klingen und die Mühle hieß fortan „Klinkenmühle“.
Auch das Fließ sprach zu Ihnen: „es peperte so“. Seit jener Zeit heißt es „Pfefferfließ“.
In den alten Kirchenbüchern ist ein Peter
Imme (1686 verstorben) als erster Mühlenbesitzer der Obermühle erwähnt. In den
vielen Jahren wechselten die Mühlenbesitzer.
Seit 1879 steht das Wohnhaus, so wie wir
es heute kennen. 1904 kaufte Theodor Weber – Großvater des heutigen Besitzers Martin Röthel – die Obermühle von einem Friedrich Ehrenberg, der im Ausgedinge, dem Backsteinhaus an der rechten Seite, bis zu seinem Tode 1922 lebte.1904 wurde ein Sauggasmotor eingebaut, dessen Motorenlärm bis Nettgendorf zu hören gewesen sein soll. Etwa 1921 erreichte die Elektrifizierung Gottsdorf. Der Obermüller Theodor Weber baute daraufhin 1922 seine Mühle um. Bis 1950 konnte dann sowohl mit dem Wasserrad als auch mit dem Elektromotor gemahlen werden oder auch beides zusammen. Dem Untermüller war der Stromanschluss zu teuer. Er ließ es wie gehabt. 1997 wurde alles wieder in Betrieb gesetzt. Nun fehlt es am nötigen Wasser auch nicht mehr. |