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Das Stollenreiten Am Pfingstmontag wurde traditionsgemäß das Stollenreiten begangen. Der Name rührt daher, dass in früherer Zeit „Stollen“, Brot aus Kuchenteig, an die Gewinner überreicht wurden. Am frühen Nachmittag zogen die Burschen ihre Reitkleidung an und sattelten ihre Pferde. Zur gleichen Zeit versammelten sich die Mädchen des Dorfes an einem vorher bestimmten Ort. Sie zogen Lose und bestimmten auf diese Art die Mädchen, die den Siegern die Preise überreichten und abtanzten. Bald ritten die ersten Reiter die Dorfstraße entlang bis zur Dorfaue vor dem Lehnschulzengut. Dort nahmen sie in langer Reihe Aufstellung. Ein „Kommandeur“ befehligte die Reitertruppe. Als erstes kommandierte er 2 „Platzmeister“ ab, die mit Musik die Mädchen abholten und zum Sammelplatz geleiteten. Dann setzte sich der Festzug in Bewegung, Voran schritt die Musikkapelle, dann folgten die jungen Mädchen und endlich die Reiterei. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern und Gästen ging es nun aufs Feld, wo das Hahnenabschlagen stattfand. Dort stand ein Holzpfahl, der eine große Schraube oben aufgesetzt hatte. Auf dieser Schraube drehte sich ein hölzerner Hahn, der von jedem Vorbeireitenden einen Schlag erhielt, bis es einem Reiter gelang, den Hahn herunterzuschlagen. Dieser Vorgang wiederholte sich fünfmal, so dass es 5 Sieger gab. Statt des Hahnenschlagens fand auch „Kranz- oder Ringstechen“ oder Wettreiten statt. Die Reiter ritten im Galopp durch mehrere Tore und versuchten mit der Reitpeitsche den Ring abzuheben und auf den Arm gleiten zu lassen. Sieger wurde der, der die meisten Ringe vorweisen konnte. Auch für derben Humor wurde gesorgt. Die Reiter verkleideten sich und trieben ihre Späße. Dann zogen Reiter und Publikum zurück ins Dorf bis vor die Gastwirtschaft. Dort wurde wieder Aufstellung genommen. Der Kommandeur verkündete die Namen der Gewinner und hielt dann seine Festrede. Anschließend brachten die Reiter ihre Pferde im gestreckten Galopp in die Ställe. Auch die Mädchen gingen nach Hause, um sich umzuziehen. Nach etwa einer Stunde versammelten sich alle wieder auf der Dorfaue vor der Gastwirtschaft. Dort wurden nun durch die ausgelosten Mädchen die Preise an die Gewinner überreicht. Außerdem steckten sie den Gewinnern Blumen und bunte Bänder an die Brust. Dann begann das „Abtanzen“. Nach Beendigung des Abtanzens begann der Tanz im Wirtshaus. Dieser endete meist erst in den Morgenstunden. Stollenreiten nach Zülichendorfer Mundart von Bernhard Grüneberg
Fastnachten Fastnachten fand an dem Freitag statt, der dem Lichtmesstag, dem 02. Februar, am nächsten lag. Das ganze Dorf feierte mit. In allen Haushalten wurde dazu gebacken, meist Pfannkuchen. Der Tanz begann Freitag. Am Sonnabend gegen 14.00 Uhr versammelten sich die Mädchen des Dorfes an einem vorher bestimmten Ort. Die Burschen zogen mit Musik dorthin, um die Mädchen abzuholen. Es gab einen kleinen Umtrunk und ein Tänzchen in der Wohnstube und dann zogen Jungen und Mädchen mit Musik zum Saal der Gastwirtschaft. Dort ging der Tanz für Jung und Alt bis in den Morgen weiter. Das „Zempern“ Sonnabendvormittags durch die Mädchen und Jungen wurde in Frankenfelde erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts von den anderen Orten übernommen. Sie zogen von Haus zu Haus und erbaten Gaben, wie Lebensmittel, Alkohol und Geld. Die erworbenen Dinge wurden ausschließlich gemeinsam verzehrt.
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