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Entstehung Das Mittelalter war entscheidend für das Entstehen der Dörfer in unseren Breiten. Die mittelalterlichen Feudalreiche dehnten ihre Machtbereiche aus. So zog ein Heer der Franken unter Karl dem Großen, die westlich der Elbe lebten, in unser Gebiet ein und unterwarf vorübergehend die Wilser- Wenden. Nach einer alten handschriftlichen Jüterboger Chronik sollen in dieser Zeit die Orte Frankenfelde und Frankenförde entstanden sein. Es heißt, dass die Franken an einen Ort kamen und dort ihr Lager aufschlugen. Daraus entstand die Bezeichnung „Franken Feld“. „Es sind noch 20 Hügel in gerader Linie zu sehen, wo vermutlich die Fahnen gestanden.“ Das Lager des „Frankenkönigs“ befand sich auf einem Berg woraus der Königsberg wurde. Andere wieder berichten, dass während der Befreiungskriege gegen Napoleon dessen Könige hier ihre Zelte aufgeschlagen hatten und über die Schlachten berieten, während diese bereits verloren waren.
In Besitz genommen
wurden die Lande aber erst nach 1157 mit Hilfe der Bauern, die in teilweise noch
urwaldähnlichen Gebieten auf den Befehl der Feudalherren siedelten.
Sollte eine neue
Gemeinde gegründet werden, so übertrug der feudale Eroberer ein Gebiet, das für
ein Dorf ausreichte, einem Lokator, auch Unternehmer genannt. Dieser führte die
Ansiedler herbei, steckte in der Nähe eines Baches oder an einer sonst
geeigneten Stelle die Straße ab, zerlegte Land zu beiden Seiten der Straße und
verteilte es. Jeder Siedler, der ein solches Stück Land erhielt, baute sein Haus
an der Straße, so dass er seinen Acker hinter dem Gehöft hatte. So entstanden
die lang gestreckten Straßendörfer. Diese Siedlungsform ist typisch für deutsche
Ansiedlungen. Es passierte aber auch, dass deutsche Siedler in einem schon vorhandenen Dorf angesiedelt wurden. Bei der Neuaufteilung erhielten sie weniger Land. Als Landinhaber wurden sie Kathesasse genannt, woraus sich später das Wort Kotsaß und Kossät bildete. Hüfner und Kossät waren Bauerntitel, die auch in Frankenfelde geführt wurden. Leider sind sie heute auf alten Grabsteinen auf dem Frankenfelder Friedhof nicht mehr zu finden.
So wurden generell in
Frankenfelde die so genannten „Familienspitznamen“ geführt (siehe unter
Historie). Ähnlich wie bei dem Beinamen Schulte waren diese immer auf bestimmte
Aufgaben oder Besitzverhältnisse innerhalb des Dorfes zurückzuführen.
Seit dem 11.
Jahrhundert gab es Dorfgründungen durch Feudaladlige. Wir sprachen bereits von
der Entstehung der lang gestreckten Straßendörfer, zu denen ohne Zweifel
Frankenfelde gehört. Mit dieser Kolonisation der Gebiete östlich der Elbe wollte die Feudalität die eigenen Herrschaftsgebiete ausdehnen. Diese Tatsache ist sehr wichtig für die Betrachtung der dörflichen Siedlungsformen und für die Ausbildung bestimmter Haustypen, in denen sich neben dem rein zweckmäßigen auch schöpferische Gedanken der bäuerlichen Bevölkerung offenbaren.
An einer Straße
bauten jeweils links und rechts die Bauern ihre Höfe einfach nebeneinander.
Dahinter schlossen sich Gärten und Felder an. So kam es zu einem ganz
eigentümlichen Orts- und Landschaftsbild, denn wie die Höfe liegen auch die
Flurstücke als schmale Handtücher nebeneinander. Inmitten des Dorfes finden wir den Dorfteich. Später erbaute der Hufschmied seine Werkstatt auf der angrenzenden freien Fläche. Seit 11 Generationen wohnt die Familie Gottschalk auf diesem Gehöft. Bis 1915 waren die Vorfahren als Schmiedemeister tätig.
Dazu ergänzt sich die ganze Anlage durch
ein Torhaus an der Straßenseite des Anwesens. Freilich gibt es keine feste Regel
für solche Gebäudeordnung, vielmehr bilden Gebäude, Ortslage und Dorfgrundriss
Voraussetzungen für unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten. So kann zum
Beispiel bei einem Vierseitenhof auch das Wohnhaus mit der Tordurchfahrt eine
Einheit bilden. Diese beschriebenen Gebäudeformen als Vierseitenhöfe finden wir
im Bereich unseres Dorfangers/Dorfstraße regelmäßig. Das Hauptgebäude ist in jedem Falle das Wohnhaus. Es hatte 4 Fenster zur Straßenseite und in deren Mitte eine Haustür, oftmals wurde angebaut und vergrößert auf 6 Fenster in der Vorderfront. Da drei Generationen in einem Haus lebten, hatte der Bauer den größeren Teil der Wohnfläche. Gewirtschaftet und gegessen wurde jedoch fast stets gemeinsam mit allen Familienmitgliedern. Für die Wohnfläche gab es mannigfaltige Aufteilungen. Den größten Raum nahm der mächtige Herd ein, dessen Feuerstellen erst mit dem Aufkommen industrieller Brennmaterialien – der Briketts – nicht mehr offen waren. Im Gegensatz zum Wohnhaus, das im Laufe der Geschichte ja Veränderungen erfahren hat, behielt die Scheune fast immer ihre Gestalt. Sie kann eine Einfahrts- oder Durchfahrtsscheune sein, also mit einem oder mit zwei großen Toren, die gegenüber oder nebeneinander liegen. In ihr gibt es die Tenne, den Dreschraum und das Tass(e) für das ausgedroschene Getreide.
In den alten Dörfern gab es überhaupt
keine zivilisatorischen Einrichtungen, wie wir sie heute kennen - also
Toiletten, Bäder, fließendes Wasser, ganz zu schweigen vom elektrischen Strom
und Gas, die ja selbst in unserem Jahrhundert anfänglich noch in vielen Dörfern
fehlten. Im Februar 1920 wurde Frankenfelde an das Märkische Elektrizitätswerk
angeschlossen. Der Misthaufen war Toilette, der Dorfteich oder ein Bach diente als Waschanlage – sofern man überhaupt an eine tägliche Reinigung im heutigen Sinne dachte. Beispielsweise findet man noch an alten dörflichen Wohnbauten die kleinen Holzhäuschen und darin ein Brett mit kreisrunder Öffnung über der „duftenden“ Grube darunter.
Beim Ackerbau bildeten sich für bestimmte
Flurstücke auch Flurnamen heraus. Sie gehen zurück auf die Oberflächengestalt,
auf die Bodenbeschaffenheit oder auf die Namen früherer Besitzer.
Zum Beispiel ist von „Sechsruten“,
„Dreiruten“, „Rohrenden“, „Blindenwerft“, „Niekabeln“, „Lange Stücke“ und „Burrack
Klettchen“ im Volksmund die Rede. Der „Thiemannsberg“, nach Thiemanns Wald
benannt, ist heute der beliebteste Rodelberg Frankenfeldes. Ein anderes
Flurstück trägt den Namen „Steinberg“, wahrscheinlich, weil der recht gute Boden
voll von kleinen und größeren Feldsteinen war. Vom „Schinderberg“ ist die rede –
weil an dieser Stelle in früherer Zeit das tote Vieh, das zum Teil an Seuchen
gestorben war, eingebuddelt wurde.
Die Legende berichtet: „Der Name „Hellberge“ entstand, weil der Wind die schwarze Muttererde abtrieb und nun der helle Sand an der Oberfläche war. Wollten die Büdner Müll harken, so konnten sie dies im Wald der Hüfner, wenn sie ihnen dafür andere Arbeitsdienste leisteten. So kam es, dass die Frauen schwarze Muttererde in Körben auf die Hellberge tragen mussten.“ Auch der „Priesterplan“ ist bekannt, denn ursprünglich gehörte dieses Flurstück zur Pfarrei.
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